Wer ein besonderes Messer besitzen möchte, der kann sich in die fachkundigen Hände niedersächsischer Messermacher begeben. Dort, bei ihnen in der Moorschmiede, gibt es Kurse zum Messer selber machen. Und dann ist es soweit und es glüht das Metall, der Stahlhammer fährt mit tonnenschwerem Druck nieder, Funken sprühen und Schweiß steht auf der Stirn der Kursteilnehmer. Und Schritt für Schritt entsteht etwas Wunderbares: das besondere Messer, welches es nur einmal gibt!
Text Wolf-Dieter Schröppe
Fotos Henning Lüke
Schnell und hart schlägt der massive Federhammer auf das glühende Metall. Tack-tack-tack! Trotz Gehörschutz dringt das Hämmern in die Ohren, vibriert der ganze Körper mit im Takt des Schlages. In der Nase liegt der Geruch von heißem Metall. Zwei Schläge noch, dann geht der Block zurück in die Esse, wo er wie Stockbrot an einem Metallstab in den Flammen liegt – bei 1 200 Grad Celsius. „Die richtige Temperatur ist entscheidend, ich erkenne sie an der Farbe“, erklärt Wieland Schröppe, der den Messerschmiedekurs leitet. Der gut gelaunte Kursleiter entspricht nicht der Vorstellung, die man von seinem Berufsstand haben mag. Schlank und sportlich sorgt er in der Schmiede dafür, dass jeder Kursteilnehmer am nächsten Abend ein selbst geschmiedetes Damaszener-Messer in den Händen hält. 14 Stunden wird es dauern, bis es aus einem groben Stahlblock entstanden ist. Die Schmiede steht im Darlatener Moor, in Niedersachsen. Fernab der Großstadthektik und wie gemacht für dieses alte Handwerk: keine Nachbarn, die sich über Flex und Federhammer beschweren könnten. Ganz im Gegenteil. Werden von einen der wenigen Nachbarn des Nachts die Hammerschläge vernommen, so ist es s...